Obwohl Albrecht von Wallenstein nicht mehr dazu kam, ihre Teilstücke fertig zu stellen, gelang es ihm, der Gegend um Jicin eine bindende und lesbare Ordnung zu verleihen.
Die Landschaft zwischen dem Hügel Velis, der Stadt Jicin und der Gemeinde Valdice wird bis heute durch eine fast geometrisch genaue Linie durchschnitten, auf der sich im Laufe von nicht mal 7 km sieben bedeutende Orte „auffädeln“, die er selbst gründete oder aus früheren Zeiten erbte.
Die höchstgelegene Stelle der komponieren Landschaft ist der Basalthügel Velis, ein Ort mit der schönsten Aussicht auf Jicin, das Böhmische Paradies und das Riesengebirge. An der Wende vom 12. zum 13. Jh. wurde auf seinem Gipfel eine Burg errichtet, die für kurze Zeit auch der Hauptsitz Wallensteins in Jicin war. Bis in die heutigen Tage sind lediglich winzige Reste der Umfassungsmauer und Teile der Befestigung erhalten geblieben, da sie im Jahre1658 auf Befehl des Kaisers Leopold I. eingerissen wurde. Die Zerstörung des einst stattlichen Sitzes wurde im 18. und 19. Jh. durch den Basaltabbau direkt in seinem Areal vollzogen. Den nordwestlichen Hang von Velis hinunter richtet sich die Komposition auf das Zentrum der Stadt Jicin, wo sie um das Stadtschloss, die Jakobskirche und das Valdicer Tor anwächst.
Der allmähliche Ausbau des städtischen Palastes ist mit den bedeutenden Adelsfamilien der Trckas von Lipa und der Smirickys verbunden. Um seine Erneuerung und einen umfangreichen Aufbau nach der schicksalhaften und nie ganz aufgeklärten Schießpulverexplosion im Jahre 1620 machte sich aber Albrecht von Wallenstein verdient. Heute ist der Palast Sitz einiger Institutionen, von denen die für einen Besucher bedeutendsten das Regionalmuseum mit einer Galerie und das Informationszentrum der Stadt sind.
Die Jakobus–der Ältere–Kirche ließ Albrecht von Wallenstein ab 1627 als eine Kathedrale des künftigen Jiciner Bistums bauen, das aber nie gegründet wurde. Auch aus diesem Grunde wurde die monumentale Zentrale auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes in einer vereinfachten Gestalt erst einige Jahrzehnte súter vollendet. Die Stirnseite der Kirche wurde erst in der zweiten Hälfte des 19. Jh. fertig gebaut.
Das Valdicer Tor, erbaut in den Jahren 1568 bis 1578 ist das einzige erhaltengebliebene Tor der ursprünglichen Stadtbefestigung. Sein turmartiges Aussehen gewann es durch allmähliche Rekonstruktionen und Anbauten nach verheerenden Feuersbrünsten. Der neugotische Laufgang und das Pyramidendach aus dem Jahre 1840 sind ein Werk des bedeutenden tschechischen Baumeisters Josef Opolzer.
Wallensteins Stadtresidenz verbindet mit dem Areal des Zebin– er Lustschlosses heute wie bereits 1632 eine 20,5 m breite und 1716 m lange Lindenallee. Nur die Anzahl der Bäume, in vier Reihen stehend, ist kleiner geworden: anstatt ursprünglich 1152 können Sie hier heute cca ein Tausend Bäume abzählen.
Die komponierte Landschaft wird durch den Komplex der Kartause mit der Kirche des hl. Josephs in Valdice abgeschlossen. Albrecht von Wallenstein ließ ihn im Jahre 1628 als eine pompöse Stelle seiner letzten Ruhestatt errichten. Der weitläufige und streng achsensymmetrische Baukomplex ist von einer mächtigen Umfassungsmauer umgeben, die eher an eine mittelalterliche Festung erinnert. Nach der Auflösung des Ordens wurde das Kloster in Büroräume und Wohnungen aufgeteilt; seit 1857 dient es als Strafanstalt für die schwersten Verbrecher. Der Öffentlichkeit ist das Areal des Valdicer Klosters nicht zugänglich.
Die frühbarocke Komposition verwirklicht in der Landschaft zwischen Velis und Valdice die erfüllten wie auch die unerfüllten Machtambitionen Albrechts von Wallenstein. Sie spiegelt in sich die Bemühung wider, Jicin zu einer souveränen Residenzstadt des Herzogtums Friedland auszubauen, genauso wie Wallensteins Tatkraft, unermesslichen Autoritarismus und unversiegbare Herrschbegierde. Die Begierde, um sich herum die Kraft zu versammeln, die unentbehrlich ist, um den Lauf des Irdischen zu bestimmen, und gleichzeitig die Gunst der himmlischen Kräfte zu genießen.