Albrecht aus Wallenstein
Osobnost Albrechta z Valdštejna, významného šlechtice, státníka, vojevůdce ...
- 1583 in Heřmanice bei Jaroměř (Germer) auf der kleinen Herrschaft Wilhelms von Waldstein und dessen Gattin Margarete geborene Smiřicky geboren.
- Die Eltern verstarben früh, im Jahr 1595 kam er in die böhmisch-brüderliche Schule in Košumberk (Koschumberg); danach Studium am evangelischen Gymnasium im schlesischen Goldberg.
- Im Jahr 1599 trat er zur Akademie in Altdorf über, die er wegen Undiszipliniertheit schon nach einem halben Jahr verlassen musste, dann Reisen durch Deutschland, Frankreich, Belgien und Italien; im Jahr 1602 Rückkehr nach Heřmanice.
- Im Jahr 1604 entschloss er sich für eine militärische Laufbahn - er trat sie als Fähnrich in Ungarn an, wo er gegen die Türken kämpfte.
- Um das Jahr 1607 trat er zum katholischen Glauben über.
- 1609 - vermählte er sich mit der reichen Witwe Lukretia Nekyssowa von Vičkov (1582- 1614); er ließ sich von Johann Kepler ein Horoskop erstellen, in dem ihm große Macht und Reichtum vorausgesagt wurden.
- Im Jahr 1615 war er im Rang eines Kammerherrn Höfling des Erzherzogs Ferdinand von der Steiermark, des kúnftigen böhmischen Königs und Kaisers.
- Der böhmische Ständeaufstand gegen die Habsburger und gleichzeitig der Beginn des Dreißigjährigen Krieges (1618) ereilte ihn als reichen mährischen Adeligen, der sich um das Aufblühen seiner umfangreichen Herrschaften in der Walachei (Mähren) bemühte.
- 1619 Befehlshaber des Heeres der mährischen Stände; als Mähren seine Neutralität verlor und sich dem Aufstand anschloss, entwendete er mit Gewalt die Kriegskasse und brachte die Finanzmittel dem Kaiser.
- In Böhmen und Mähren wurde er deswegen zum Geächteten erklärt, sein gesamter Besitz verfiel der Konfiskation; aber er gewann das Vertrauen des Kaisers.
- Die Niederwerfung des böhmischen Aufstandes in der Schlacht auf dem Weißen Berg (1620) bedeutete für ihn den Sieg, als Befehlshaber der Regimentsteile, die die Kapitulation der nordböhmischen Städte sicherstellten, übernahm er erneut seine Güter.
- Er war Oberst, kümmerte sich um Verpflegung und Sold seines Heeres, mit dem er 1621 die letzten Brennpunkte des Aufstandes beilegte; nun stürzte er sich in finanzielle Unternehmen.
- 1622 kaufte er in die Konfiskation verfallenen Herrschaften um Friedland und Liberec (Leichenberg) auf, später gewann er auch die Herrschaften der Familie Smiřicky; er formt mit weiteren Käufen und Verkäufen das künftige friedländische Fürstentum.
- 1623 in den Fürstenstand erhoben; er forderte für seine Herrschaft Privilegien eines halbsouveränen Fürstentums ein, eines Staates im Staat; die Vermählung mit Isabella Katharina von Harrach stärkte seinen Einfluss am Hof.
- In Jičín (Gitschin) verlief ab 1624 der Umbau seiner Wahlresidenzstadt nach Projekten italienischer Architekten, er lud die Jesuiten sich hier niederzulassen, gründete ein Gymnasium, plante das Entstehen einer Universität, eines Bistums, bereitete die Gründung zahlreicher Klöster vor und war erfolgreicher Wirtschaftler und Manager der Entwicklung des gesamten Dominium.
- Im Jahr 1625 wurde er zum Fürsten erhoben, der Kaiser ernannte ihn zum Generalissimus seines ins Reich entsandten Heeres.
- Er warb eine so riesige Armee an, wie sie dem Kaiser bisher noch nie zur Verfügung stand, gewährleistete organisatorisch ihre Versorgung und feierte mit 1626 im Norden Europas ihr Kriegserfolge.
- Im Jahr 1627 unternahm einen Feldzug nach Schlesien und vertrieb von dort Reste der Mansfelder Armeei, er erhielt das Herzogtum Sagan; seine Armee erreichte die Ostseeküste.
- 1628 erhielt er die mecklenburgische Herzogswürde und gleichzeitig den Titel Reichsfürst, einige Monate danach wurde er zum kaiserlichen Admiral der Ostsee- und Ozeanflotte ernannt; seine zunehmende riesige Macht erweckte Neid und Widerstand in missgünstigen politischen Kreisen.
- Diese setzen beim Kaiser seine Abberufung von der Funktion des Generalissimus und das Auflösen seiner Armee durch, wozu es im Jahr 1630 kam.
- Der folgende Sieg der schwedischen und sächsischen Armeen und die Besetzung Böhmens (1631) zwangen den Kaiser, ihn zur Rückkehr in die Armeeführung aufzufordern.
- Er verdrängte die sächsische Armee aus Böhmen, gewann für das katholische Heer die Kriegsinitiative zurück (1632); er war eine der einflussreichsten Personen in Europa - für seinen Verrat am Kaiser bot ihm die feindliche Seite die Krone des böhmischen Königs an, es kam zu mehreren geheimen Verhandlungen.
- 1633 - nach Kriegsaktionen, in denen er den Feinden gegenüber entweder unbegreiflich tolerant oder gleichgültig vorging, nahm das Misstrauen ihm gegenüber zu und das weitere Belassen seiner Macht wurde als gefährlich erachtet.
- Im Jahr 1634, eigentlich schon todkrank, wurde er der Befehlsmacht enthoben, zum Verräter erklärt und in Cheb (Eger) ermordet.
- Bestattung 1636 im Kartäuserkloster in Valdice, die sterblichen Überreste wurden 1785 von dort nach Mnichovo Hradište (Münchengratz) übertragen.
- Bis in die heutigen Tage wurden über ihn viele Bücher und fachliche Abhandlungen geschrieben, die direkt oder indirekt immer wieder die offen stehende Frage vorbgingen - wurde in Cheb (Eger) ein Verräter oder ein unbegreiflich treuer Diener des Kaisers ermordet?
14.11.2009 16:12:54 - aktualisiert 21.1.2011 13:14:16 | gelesen 2105x